HomeRATGEBERIHRE FRAGENWie unterscheiden sich Debit- von Kreditkarten?

Wie unterscheiden sich Debit- von Kreditkarten?

Wie unterscheiden sich Debit- von Kreditkarten?

Wer den Unterschied zwischen einer Debitkarte und einer Kreditkarte versteht, kann sich besser für das richtige Zahlungsmittel entscheiden. Teilweise werden Bankkarten aber auch ungefragt von den Banken ersetzt – zum Vorteil der Banken.

Zwischen einer klassischen EC- bzw. Maestro-Karte, einer Debitkarte und einer Kreditkarte gibt es mehrere Unterschiede. Es gibt aber auch gewisse Gemeinsamkeiten, was ihren Gebrauch vereinfacht.

EC- und Maestro-Karten werden ausgemustert

Die klassische EC-Karte wird heute teilweise auch als Debitkarte bezeichnet. Das ist eher verwirrend, da der Begriff ‘Debitkarte’ auch für eine neue Kreditkartenart verwendet wird. Die Banken geben inzwischen gerne neue Karten als Ersatz für die alten EC- und Maestro-Karten aus. Damit verdienen sie dank Kickback-Zahlungen an den Umsätzen mit.

Debit-Karten sind die neuen Kreditkarten

Der grösste Unterschied zwischen einer Debitkarte und einer klassischen Kreditkarte ist die Art, wie und wann das Geld von der Karte abgebucht wird. Aus den unterschiedlichen Abrechnungsmethoden ergeben sich weitere Unterschiede:

Bei Debitkarten werden die Einkäufe direkt von einem damit verbundenen Bankkonto abgebucht. Zu den Klassikern gehören in der Schweiz die Postfinance-Card und Maestro (einst EC-Direkt) sowie seit einigen Jahren V-Pay aus dem Hause Visa. Die meisten Banken geben ihren Kunden eine solche Karte als Bancomatkarte mit. Die neuen Debitkarten (Debit Kreditkarten) werden von Visa und MasterCard herausgegeben und damit weltweit akzeptiert. Sie unterscheiden sich von herkömmlichen Debitkarten (EC Karte) dadurch, dass sie als vollwertige Kreditkarten weltweit und online akzeptiert werden.

Den Wechsel von Maestro zu Mastercard oder Visa begründen die Banken mit dem Kundennutzen: Die neuen Karten können auch im Internet eingesetzt werden, was mit Maestro und V-Pay aus technischen Gründen nicht möglich ist.

Kreditkarten erlauben den Einkauf auf Rechnung

Bei Kreditkarten zahlt das Kreditkartenunternehmen innerhalb des Kunden-Kreditrahmens für den Einkauf und stellt dem Kunden – meist monatlich – Rechnung. Kreditkarten gibt es unter anderem von Visa, Mastercard und American Express.

Bei Prepaid-Kreditkarten muss der Kunde das Geld im Voraus auf ein Kartenkonto einzahlen. Er erhält also keinen Kredit, doch wird seine Karte technisch gesehen wie eine Kreditkarte behandelt.

Debitkarten werden nicht überall akzeptiert

Ein bekanntes Problem ist der Umstand, dass die neuen Debitkarten (Debit Kreditkarten) ohne intakte Internetverbindung nicht immer funktionieren. Einzelne Fluglinien etwa akzeptiert sie an Bord nicht, weil sie das Risiko einer geplatzten Zahlung nicht tragen wollen. Auch die Bezahlung von Flügen übers Internet und das Mieten von Autos können bei Debitkarten Probleme bereiten.

Neue Bankkarten sind teuer

Die neuen Debit- und Prepaidkarten sind allerdings teuer. Das trifft laut Recherchen der «Handelszeitung» vor allem die Händler, die sie als Zahlungsmittel akzeptieren. Bei jedem Einkauf fliessen Kickbacks an die Banken und Kartengesellschaften (sogenannte Interchange Fees), die aus den Gebühren finanziert werden, welche die Händler bezahlen müssen. Hinzu kommt, dass die Produkte von Mastercard (Debit, Prepaid) nicht zu unterscheiden sind, weshalb die Transaktionskosten immer zum teuren Kreditkartensatz abgerechnet werden.

Der Standard-Interchange für Kreditkartenzahlungen innerhalb der Schweiz beträgt 0.4%. Schweizer haben 2018 rund 21 Milliarden Franken im stationären Handel mit Kreditkarten bezahlt. 0.4% davon wären mehr als 80 Millionen Franken, wie die Handelszeitung errechnet hat.

Schweizer bezahlen mehr

Bei der weitverbreiteten Maestro-Karte hat die schweizerische Wettbewerbskommission (Weko) die Einführung von Kickbacks stets verhindert. An ihr verdienen die Banken nichts, weshalb sie das Interesse an Maestro-Karten verloren haben und lieber die neuen Bankkarten ausgeben.

Dabei zahlen Schweizer deutlich mehr an ‘Fees’, als es EU-Händler tun. Die Europäische Union hat die Kickbacks nämlich auf 0.3% für Kreditkarten und 0.2% für Debitkarten beschränkt, weiss die Handelszeitung. Auch die Weko hat durchgesetzt, dass die Gebühren auf das heutige Niveau gesenkt wurden. Grenzüberschreitende Zahlungen aber sind nicht begrenzt und diese machen einen Viertel aller Kreditkartenzahlungen in der Schweiz aus.

Debitkarte: Vor- & Nachteile
  • 2 in 1: Kreditkarte & EC-Karte
  • Kostenkontrolle
  • Visa & MasterCard Akzeptanz
  • Auch online akzeptiert
  • Häufig auch bei schwacher Bonität
  • Nur mit Girokonto
  • Kein Kreditrahmen
Kreditkarte Vor- & Nachteile
  • Inklusive Kreditrahmen
  • Visa, AmEx, MasterCard, Diners
  • Weltweite Akzeptanz
  • Auch online akzeptiert
  • Bonität vorausgesetzt
  • Kreditzinsen
  • Keine Kostenkontrolle
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