HomeFINANZENWertberichtigungen prägen das Ergebnis der UBS im zweiten Quartal

Wertberichtigungen prägen das Ergebnis der UBS im zweiten Quartal

Wertberichtigungen prägen das Ergebnis der UBS im zweiten Quartal

Die UBS kann für das zweite Quartal 2020 einen Reingewinn von 1,2 Mrd. Dollar verbuchen. Das sind 11% weniger als im Vorjahr. Dafür steigen die Wertberichtigungen für Kreditrisiken, von 268 Mio. im ersten auf 272 Mio. Dollar im zweiten Quartal.

Die Schweizer Grossbank UBS erzielte im zweiten Quartal 2020 einen Reingewinn von 1,236 Milliarden US-Dollar. Das sind 11.2% weniger als in der Vorjahresperiode, übertraf aber die Analystenerwartungen. Der Vorsteuergewinn betrug 1,605 Milliarden Dollar. Dies entspricht einer Abnahme gegenüber dem Vorjahr um 10.2%. Die Kreditrückstellungen beliefen sich auf 272 Millionen Dollar, gegenüber 268 Millionen Dollar im ersten Quartal 2020 und zwölf Millionen Dollar in der Vorjahresperiode. Damit stelle die UBS, die als erste europäische Grossbank über die Entwicklung im zweiten Quartal berichtet, ihre Stärke, Widerstandsfähigkeit und Diversifizierung des Geschäftsmodells unter Beweis, findet Konzernchef Sergio Ermotti. Er übergibt seinen Posten Ende Oktober nach neun Jahren an den bisherigen ING-Chef Ralph Hamers. Die UBS versprüht Zuversicht: Im Ausblick erwähnt sie, dass die Kreditrückstellungen im zweiten Halbjahr 2020 geringer ausfallen würden als im ersten. Analysten zeigen sich eher skeptisch, zumal sie erst ab Herbst mit einer Konkurswelle rechnen.

Auch Banken in den USA verbuchten als Folge der Corona-Pandemie Gewinneinbrüche. Alleine die sechs grössten US-Banken haben angesichts zunehmender Firmenkonkurse mit einer um mehr als 30 Milliarden Dollar höheren Risikovorsorge für Kreditausfälle vorgesorgt. Experten schätzen, dass die Kreditverluste der europäischen Banken in den nächsten drei Jahren 400 Milliarden Euro übersteigen könnten.

UBS sieht sich gut aufgestellt

Die gepriesene Widerstandsfähigkeit der UBS hängt zu einem grossen Teil mit ihrem Geschäftsmodell zusammen. Ihr Kerngeschäft ist die Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden. Dadurch ist sie von drohenden Ausfällen bei Konsum- und Firmenkrediten weniger betroffen als andere Institute, die sich auf das Klein- und Firmenkundengeschäft spezialisiert haben.

Die Wertberichtigungen im Schweizer Geschäft sorgten bisher allerdings für die stärksten Einbussen. So brach der Vorsteuergewinn dort um 41% ein, während das Ergebnis in der weltweiten Vermögensverwaltung stabil geblieben ist. Der Vorsteuergewinn in der Investmentbank lag gar um 43% höher als im Vorjahr. Hier profitierte die UBS vor allem vom boomenden Devisen- und Anleihenhandel.

Zweiter Teil der Dividende 2019 dürfte im Herbst 2020 ausbezahlt werden

Angesichts des Geschäftsverlaufs und dem Kapitalpolster sieht sich die Grossbank gut aufgestellt, um im vierten Quartal 2020 Aktienrückkäufe aufzunehmen. Infolge des überzeugenden Ergebnisses fürs erste Halbjahr dürfte die UBS den zweiten Teil der Dividende 2019 im Herbst 2020 auszahlen.

Ermotti bekräftigte auch die von Analysten als ehrgeizig eingestuften mittelfristigen Ziele: Für den Zeitraum 2020 bis 2022 hat sich die UBS eine Rendite auf das harte Kernkapital von 12%-15% vorgenommen. Im ersten Quartal lag der Wert bei 13.2%. So scheinen sich die Kostensenkungen und die Investitionen ins Vermögensverwaltungsgeschäft langsam auszuzahlen.

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