HomeWIRTSCHAFTWeitere Entlassungswellen sind auch in der Schweiz nicht auszuschliessen

Weitere Entlassungswellen sind auch in der Schweiz nicht auszuschliessen

Weitere Entlassungswellen sind auch in der Schweiz nicht auszuschliessen

Die Corona-Krise testet die Widerstandskraft vieler Unternehmen. Vor allem der Dienstleistungssektor ist stark betroffen. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hängt massgeblich vom weiteren Verlauf der Pandemie und der Resilienz der Unternehmen ab.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) hat ein Beschäftigungsbarometer lanciert, welches den Arbeitsmarkt mittels eines vertieften Branchenvergleichs analysiert. Dabei vermittelt das neu entwickelte Beschäftigungsbarometer auf der Grundlage von KOF-Betriebsumfragen ein aussagekräftiges Bild zur Entwicklung von Geschäftslage und Beschäftigung in ausgewählten Branchen. Die Analyse der jüngsten Werte zeigt, dass die Corona-Krise die Widerstandskraft vieler, aber nicht aller Unternehmen besonders herausfordert. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hängt massgeblich vom weiteren Verlauf der Pandemie sowie der Resilienz der Unternehmen ab.

Erholung im Sommer hat sich im 4. Quartal in allen Branchen abgeschwächt

Die Auswirkungen der Pandemie haben im 2. Quartal 2020 zu einem dramatischen Einbruch des Bruttoinlandprodukts geführt. Wie die Analysen im SAV-Beschäftigungsbarometer zeigen, ist davon – anders als bei den letzten Konjunkturabschwüngen – weniger die Industrie als der Dienstleistungssektor betroffen. Die überraschend gute Erholung der Wirtschaft, die sich im Verlauf des Sommers abzeichnete, hat sich im 4. Quartal in praktisch allen Branchen abgeschwächt.

Gastgewerbe und Detailhandel sind besonders betroffen

Besonders stark unter der zweiten Ansteckungswelle leidet das Gastgewerbe, wo die Margen dünn und die Reserven vieler Betriebe nach den behördlich verordneten Schliessungen inzwischen aufgebraucht sind sowie Bereiche des Detailhandels, wo der Bundesrat nun wieder einen Lockdown verordnet hat. Ebenfalls empfindlich von den Corona-Massnahmen getroffen worden sind der Grosshandel, die Informations- und Kommunikationsbranche und die MEM-Industrie. Demgegenüber sind die Einschätzungen zu Geschäftslage und Beschäftigung in der Pharma- und Chemiebranche, bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie im Baugewerbe inzwischen wieder auf solidem Niveau und wirken stabilisierend auf den Arbeitsmarkt und die Gesamtwirtschaft.

Härtefall-Leistungen und Kurzarbeit sind für viele Unternehmen existenziell

Die vom Bundesrat ausgeweiteten und nun erleichtert zugänglich gemachten Leistungen für Härtefälle sowie das Instrument der Kurzarbeit sind für viele Unternehmen existenziell und können nur bei rascher Auszahlung eine grössere Konkurswelle in notleidenden Branchen verhindern. Bereits während der ersten Ansteckungswelle hat die Kurzarbeit den Arbeitsmarkt gestützt und zum Erhalt von Arbeitsplätzen und der Kaufkraft der Arbeitnehmer beigetragen. Hält jedoch die Unsicherheit weiter an, werden Mitarbeiter in Kurzarbeit vermehrt entlassen statt in den Arbeitsprozess zurückgeholt.

Das SAV-Beschäftigungsbarometer wird künftig halbjährlich publiziert.

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