HomeRATGEBERIHRE FRAGENWas ist ‘Investment Governance’ und wie kann sie mehr Transparenz schaffen?

Was ist ‘Investment Governance’ und wie kann sie mehr Transparenz schaffen?

Was ist ‘Investment Governance’ und wie kann sie mehr Transparenz schaffen?

Für Pensionskassen bleibt es eine Herausforderung, Transparenz zu schaffen. Endo Baumgartner von Global Asset Servicing der UBS Switzerland sieht die Lösung im Asset Servicing.
Investment Governance gewinnt für Pensionskassen an Bedeutung. Was bedeutet dieser Begriff genau?

Darunter fallen sämtliche Regeln und Praktiken, mit denen institutionelle Anleger ihre Anlageentscheide planen, umsetzen und kontrollieren. Investment Governance betrifft somit alle drei Ebenen einer Pensionskasse: den Stiftungsrat, den Anlageausschuss und die Geschäftsführung. Dabei geht es nicht nur um die Offenlegung von Risiko- und Renditekennzahlen, sondern auch darum, die Auswirkungen von Marktturbulenzen auf das Gesamtvermögen zu verstehen. Regulatorische Aspekte wie Stimmrechte und Anlagerichtlinien gehören ebenso dazu.

Weshalb gewinnt das Thema an Gewicht?

Pensionskassen tragen aufgrund der Organhaftung grundsätzlich eine grosse Verantwortung. Entsprechend ist der Stiftungsrat verpflichtet, den Anlageprozess genau zu kontrollieren. Zudem legen interne wie auch externe Anspruchsgruppen immer mehr Wert auf Transparenz. Gleichzeitig werden die Anlagemärkte und -gefässe immer komplexer. Für die Gremien ist es eine Herausforderung, die Übersicht zu behalten und alle involvierten Parteien laufend mit den nötigen Informationen zu versorgen.

Wie steht es um die Investment Governance der Schweizer Pensionskassen?

Generell gesehen sind sie gut aufgestellt. Nichts desto trotz bekunden insbesondere die kleinen und mittelgrossen Kassen zunehmend Mühe, die Anforderungen an moderne Governance-Standards zu erfüllen. Gleichzeitig steigt der Kostendruck.

Wie lösen die Pensionskassen dieses Dilemma?

Immer mehr Pensionskassen beziehen die Instrumente zur Durchsetzung der Investment Governance von uns. Wir bewerten die Informationen objektiv und verschaffen unseren Kunden durch adressatengerechte Reports den Überblick. Ein Beispiel: Pensionskassen setzen vermehrt Anlagefonds ein, um ihren Aufwand zu reduzieren. Inzwischen haben über 90 Prozent der Kassen solche Kollektivanlagen im Portfolio. Anlagefonds haben verschiedene Vorteile, sind aber eigentlich eine Blackbox. Um den Durchblick zu erlangen, braucht es professionelles Knowhow.

Welche weiteren Anlagetrends beobachten Sie?

Im anhaltenden Tiefzinsumfeld ergänzen Pensionskassen liquide Anlagen wie Aktien und Obligationen vermehrt durch Immobilien und alternative Anlagen. Dies ist aber mit einer gewissen Illiquidität verbunden und nur bedingt mit den Liquiditätsanforderungen vereinbar. Umso wichtiger ist es, den Überblick über das Gesamtvermögen und die Leistung der Asset Manager zu behalten. Ein weiterer Trend ist ‘Best Execution’, sprich die bestmögliche Ausführung von Devisen- und Wertschriftentransaktionen bei verschiedenen Brokern. Für die Kassen entstehen dadurch Risiken, die es zu überwachen gilt.

Wie helfen Ihre Lösungen, den Überblick zu gewinnen?

Unsere Überwachungs- und Analyselösung funktioniert im übertragenen Sinn wie ein Cockpit: Der «Pilot» hat alle nötigen Instrumente im Blick. Denn nur wer die Übersicht hat, kann die richtigen Entscheidungen treffen und die «Fluggäste» transparent Informieren. So ermöglichen wir auf allen Stufen eine griffige Investment Governance: beim Planen der strategischen Asset-Allokation, bei der taktischen Umsetzung und der Vergabe von Mandaten sowie beim Überprüfen der Resultate der Asset Manager.

Welche Vorteile bietet die Zusammenarbeit mit einem Asset Servicing Anbieter?

Wir nehmen unseren Kunden komplexe und aufwändige Aktivitäten ab, damit sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können. Wir betreuen, unterstützen und koordinieren Asset Manager, Broker und Fondsleitungen, ermöglichen den Zugang zu Transfer Agents bei illiquiden Anlagen und vieles mehr.

Wie unterstützen Sie das Investment Controlling?

Durch unsere regelmässigen Analysen und Berichte bringen wir zum Beispiel die jährliche Erfolgskontrolle der Vermögensverwalter auf ein neues Niveau: Unsere Kunden verstehen die Entscheidungen besser und können die richtigen Fragen stellen. Gleichzeitig versuchen wir den Gremien laufend Denkanstösse zu liefern, wie sie ihre Anlagen optimieren können. Zum Beispiel setzen wir das Portfolio unserer Kunden in Relation zur Sicht unseres Chief Investment Office. Das Peer-Group-Reporting ermöglicht den Vergleich mit der Konkurrenz.

Helfen Ihre Tools auch beim Risikomanagement?

Ja, unser online-basiertes Portfolio-Informationssystem Asset Wizard erlaubt ein aktives Risikomanagement. Zum Beispiel sind Währungs- und Marktrisiken über alle Asset Manager hinweg ersichtlich. Beim Abwägen dieser Risiken hilft die Szenariosimulation: Sie zeigt, wie das Portfolio auf veränderte Marktbedingungen reagieren würde, etwa auf steigende Zinsen.

Wie wird sich das Thema Investment Governance weiterentwickeln?

Die Anforderungen werden weiter zunehmen – Stichworte Digitalisierung und Kryptowährungen. Damit steigt auch der Informationsbedarf. Zudem binden Pensionskassen vermehrt spezialisierte Vermögensverwalter in die Anlageprozesse ein. Dadurch wird es umso schwieriger, die Übersicht zu behalten. Deshalb setzen wir auch in Zukunft alles daran, die relevanten Informationen zusammenzuführen und übersichtlich aufzubereiten.

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