HomeFINANZENVermiesen neue Schweizer Finanzmarktrichtlinien Robo-Advisorn das Geschäft?

Vermiesen neue Schweizer Finanzmarktrichtlinien Robo-Advisorn das Geschäft?

Vermiesen neue Schweizer Finanzmarktrichtlinien Robo-Advisorn das Geschäft?

Schweizer Anleger scheinen kein grosses Interesse an Robo-Advisorn zu haben. Nach Elvia E-Invest von Allianz Suisse und Investomat der Glarner Kantonalbank zieht sich nun auch der digitale Vermögensverwalter Scalable Capital aus dem Markt zurück. Es könnte allerdings auch an der Einführung neuer Finanzmarktrichtlinien liegen.

Die Nachfrage nach digitalen Vermögensverwaltern ist in der Schweiz anscheinend zu gering, als dass sich ihr Verbleib im Markt lohnen würde. So verabschiedet sich nun auch der deutsche digitale Vermögensverwalter Scalable Capital, der Anfang 2018 in den Schweizer Markt eingetreten war, wie Medien berichten. Demnach sollen die Schweizer Depots im Dezember aufgelöst und der Erlös an die Kunden überwiesen werden. Zur Höhe der in der Schweiz verwalteten Vermögen gab es keine Angaben. Scalable Capital hatte dank Partnerschaften mit Banken im Land rasch wachsen wollen.

Erschweren die Schweizer Finanzmarktrichtlinien Fidleg und Finig das Geschäft?

Der Rückzug von Scalable Capital könnte allerdings auch in Zusammenhang mit den neuen Schweizer Finanzrichtlinien FIDLEG und FINIG stehen, wie Beobachter spekulieren. Diese erschweren es digitalen Vermögensverwaltern offenbar, Schweizer Kunden zu bedienen. Dabei lehnen sich diese Richtlinien stark an die in der EU gültige Mifid II-Richtlinie an.

Erbringung von Finanzdienstleistungen unterliegt schärferen Kontrollen

Tatsächlich hat der Bundesrat am 6. November 2019 das Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) und das Finanzinstitutsgesetz (FINIG) zusammen mit den Ausführungsverordnungen per 1. Januar 2020 in Kraft gesetzt. Das FIDLEG enthält Vorschriften zur Erbringung von Finanzdienstleistungen und zum Anbieten von Effekten und anderen Finanzinstrumenten. Daneben erleichtert es den Kunden die Durchsetzung ihrer Rechtsansprüche. Mit dem FINIG wird eine inhaltlich abgestimmte Aufsicht für die verschiedenen Kategorien von Finanzinstituten (Vermögensverwalter, Verwalter von Kollektivvermögen, Fondsleitungen und Wertpapierhäuser) eingeführt. Das Parlament verabschiedete die Gesetze im Juni 2018.

Scalable Capital ist der Marktführer in Kontinentaleuropa

Dabei ist Scalable Capital kein Leichtgewicht. Erst im August hat das Fintech weiteres Wachstumskapital in Höhe von 25 Millionen Euro erhalten. Das Geld stammte von BlackRock, HV Holtzbrinck Ventures und Tengelmann Ventures, die alle bereits an Scalable Capital beteiligt sind. Mit dieser Finanzierungsrunde stieg die Gesamtfinanzierung auf 66 Millionen Euro.

Seit dem Marktstart im Jahr 2016 ist Scalable Capital auf Wachstumskurs. Das Unternehmen beschäftigt in der digitalen Vermögensverwaltung in München und London mehr als 100 Mitarbeiter. Mit der neuen Finanzierungsrunde sollte vor allem die Entwicklungsabteilung weiter ausgebaut werden, um das Geschäft mit Privatkunden voranzutreiben und neue ‘Whitelabel’-Lösungen für Banken, Versicherer und Asset Manager anzubieten. Mit einem digital verwalteten Vermögen von mehr als 1,5 Milliarden Euro und mehr als 50’000 verwalteten Portfolios ist Scalable Capital nach eigenen Aussagen der Marktführer in Kontinentaleuropa.

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