HomeRATGEBERSchmälert Kurzarbeit die Pensionskasse?

Schmälert Kurzarbeit die Pensionskasse?

Schmälert Kurzarbeit die Pensionskasse?

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, hat auch die Schweiz den Notstand ausgerufen. Viele Betriebe wurden stillgelegt. Inzwischen ist jeder dritte Arbeitsplatz hierzulande von Kurzarbeit betroffen. Wie wirkt sich das auf die Pensionskasse aus?

Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco rechnet inzwischen damit, dass Unternehmen für jede zweite Stelle ein Gesuch für Kurzarbeit einreichen könnten. Denn im Rahmen der Covid-19-Verordnung hat der Bund die Bedingungen für Kurzarbeit erleichtert. Doch was bedeutet Kurzarbeit finanziell? Und wie wirkt sie sich auf die Vorsorge aus?

Wer von Kurzarbeit betroffen ist, hat Anspruch auf Leistungen der ALV

Kurzarbeit ist nur möglich, wenn eine Firma unverschuldet in wirtschaftliche Not gerät. Das Ziel ist, damit die Arbeitsplätze zu erhalten, indem die Arbeitszeit aufgrund einer reduzierten Auftragslage vorübergehend reduziert wird. Wer von Kurzarbeit betroffen ist, hat Anspruch auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung (ALV). Diese bezahlt eine Kurzarbeitsentschädigung (KAE) von 80% des Verdienstausfalls. Dabei gilt eine Obergrenze von 12’350 Franken Bruttolohn monatlich.

So berechnet sich die Kurzarbeitsentschädigung

Was das heisst, zeigt ein Beispiel: Frau Zürcher ist Kadermitarbeiterin eines Unternehmens das 50% Kurzarbeit angemeldet hat. Normalerweise verdient Frau Zürcher mit ihrer Vollzeitstelle 9’000 Franken brutto pro Monat. Für die Sozialversicherungen AHV, IV und Erwerbsersatzordnung (EO) werden ihr 10.55% bzw. 949.50 Franken abgezogen. Hinzu kommen Beiträge an die Pensionskasse des Unternehmens. Im Angestelltenverhältnis teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmerin alle diese Beiträge je zur Hälfte. Angenommen, Frau Zürchers Anteil am Pensionskassenbeitrag wäre 220.50 Franken, bekäme sie am Monatsende 7’830 Franken netto ausbezahlt.

Bruttolohn reduziert sich

Aufgrund der aktuellen Arbeitslage reduziert sich nicht nur Frau Zürchers Arbeitspensum, sondern auch ihr Lohn um die Hälfte. Er beträgt also noch 4’500 Franken. Für die entgangenen 4’500 Franken bekommt sie eine Kurzarbeitsentschädigung von 80%, was 3’600 Franken entspricht. Die Beiträge an die Sozialversicherungen bleiben unverändert.

Obwohl Frau Zürcher nun weniger verdient (4‘500 CHF + 3‘600 CHF), werden ihr die bisherigen 1’170 Franken (949.50 CHF + 220.50 CHF) vom reduzierten Einkommen (8‘100 CHF) abgezogen. Im Gegenzug bezahlt auch ihr Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge in unveränderter Höhe. Unter dem Strich bleiben Frau Zürcher monatlich also noch 6’930 Franken. Hätte sie Kinder, kämen die üblichen Kinder- und Ausbildungszulagen hinzu.

Vorsorgeleistungen werden nicht geschmälert

Erwerbstätige bauen wie im bisherigen Umfang das Altersguthaben in ihrer Pensionskasse auf. Ebenso bleiben die versicherten Leistungen bei einer Invalidität oder in einem Todesfall unverändert.

Es lohnt sich, die Vorsorge mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung zu überprüfen

Die weltweite Corona-Pandemie hat auch dazu geführt, dass Pensionskassen teilweise hohe Kursverluste auf ihren Finanzanlagen hinnehmen mussten. Die weitere Marktentwicklung ist zudem ungewiss. Hinzu kommt das seit mehr als 10 Jahren andauernde Tiefzinsumfeld, was auf die Renditen der Geldanlagen drückt.

Es empfiehlt sich daher, die individuelle Vorsorge mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung regelmässig zu überprüfen. Je früher man dies tut, desto grösser ist der Spielraum für Optimierungen. Denn Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Share With:
Rate This Article

info@s-mediacomm.ch

No Comments

Leave A Comment