HomeGESUNDHEITRegierungen weltweit sichern sich Impfstoff-Dosen gegen das Corona-Virus

Regierungen weltweit sichern sich Impfstoff-Dosen gegen das Corona-Virus

Regierungen weltweit sichern sich Impfstoff-Dosen gegen das Corona-Virus

Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande haben kürzlich eine Vereinbarung mit AstraZeneca getroffen, um sich bis zu 400 Millionen Dosen eines Corona-Impfstoffes zu sichern. Das haben zuvor auch die USA und andere Länder getan. Dabei fahren viele eine Doppel-Strategie.

Es gibt weltweit über 160 Projekte, in denen Forscher fieberhaft an einem Impfstoff gegen das Corona-Virus arbeiten. Nur wenige sind bisher erfolgreich. Darunter ist das US-Biotechnologie Unternehmen Moderna. Es hatte im Mai 2020 erste Ergebnisse einer Phase-1-Studie mit seinem Impfstoff namens mRNA-1273 veröffentlicht. Moderna will ihre Tests für den genbasierten Impfstoff bereits Ende 2020 vorlegen. Läuft alles rund, könnte die Massenproduktion des Vakzins Anfang 2021 starten.

Die USA haben bereits 300 Millionen Impfdosen vorbestellt

Parallel zu Moderna forscht auch der britische Pharmakonzern AstraZeneca in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs. Die USA investieren dort bis zu 1,2 Milliarden Dollar. Die Regierung in Washington hat bereits 300 Millionen Dosen des Impfstoffs vorbestellt, in der Hoffnung, dass die ersten Dosen bis Oktober 2020 zur Verfügung stehen. Die restliche Bestellung soll bis Anfang 2021 ausgeliefert werden.

EU-Impfallianz sichert sich bis zu 400 Millionen Impfdosen

Eine Vereinbarung mit AstraZeneca haben nun auch die Länder Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande getroffen. Sie haben sich zu einer Impfallianz zusammengeschlossen und wollen sich bis zu 400 Millionen Dosen des noch in der Entwicklung befindlichen Impfstoffs sichern. Laut dem italienischen Gesundheitsminister Roberto Speranza sollen die ersten Dosen bis Ende Jahr erhältlich sein. Dabei ist die Impfallianz mit mehreren Unternehmen im Gespräch, die an aussichtsreichen Impfstoffen forschen. Dies hat der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn jüngst verlauten lassen.

Es gibt auch Abkommen mit Grossbritannien und den Impfallianzen CEPI und GAVI

AstraZeneca selbst hat erklärt, dass man neben einem Abkommen mit den USA – und nun auch mit der europäischen Impfallianz – ähnliche Abkommen mit Grossbritannien sowie den internationalen Impfallianzen CEPI und GAVI geschlossen habe. CEPI steht für ‘Coalition for Epidemic Preparedness Innovations’ und bezeichnet eine internationale Impfstoff-Initiative. GAVI ist eine weltweit tätige öffentlich-private Partnerschaft mit Sitz in Genf. Gründer ist die Bill & Melinda Gates Foundation. Sie will für Kinder in Entwicklungsländern den Zugang zu Impfungen verbessern.

Demnach unterzeichneten AstraZeneca und CEPI und GAVI eine Vereinbarung über 750 Millionen Dollar zur Unterstützung in der Herstellung, Beschaffung und Verteilung von 300 Millionen Impfdosen. Dabei soll CEPI für die Entwicklung und Herstellung und GAVI für die Beschaffung zuständig sein.

Aus einem Lizenzvertrag mit Indien sollen eine Milliarde Impfdosen resultieren

Laut AstraZeneca gibt es zudem einen Lizenzvertrag mit dem ‘Serum Institute of India’ (SII) für die Produktion von einer Milliarde Impfdosen vor allem für Entwicklungs- und Schwellenländer. 400 Millionen Impfdosen davon sollen noch vor Ende 2020 geliefert werden.

Auch China, Brasilien, Japan und Russland wollen Vereinbarungen treffen

Das Unternehmen gab weiter bekannt, dass China, Brasilien, Japan und Russland ebenfalls Interesse an einer Vereinbarung zur Versorgung mit einem möglichen Impfstoff bekundet hätten. AstraZenica versicherte derweil, dass die globale Versorgungskapazität zwei Milliarden Dosen übersteige.

Deutschland engagiert sich bei Curevac

Die deutsche Regierung will es jedoch nicht dem Zufall überlassen. So steigt sie mit 300 Millionen Euro bei der Biotechfirma Curevac ein. Damit beteiligt sich der Bund mit rund 23% an dem Tübinger Unternehmen, um die Entwicklung eines Impfstoffes zu beschleunigen, wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bestätigte.

Laut Medienberichten hatte zuvor bereits die US-Regierung Interesse an der Firma gezeigt. Sie soll Curevac einen hohen Betrag angeboten haben, um sich einen möglichen Impfstoff zu sichern. Curevac zählt zu den wenigen deutschen Unternehmen, die im Wettbewerb um einen Corona-Impfstoff stehen. Das Biotech-Unternehmen hatte Mitte Mai positive präklinische Ergebnisse zu ihrem Projekt veröffentlicht. Im Juni sollen erste klinische Studien mit gesunden Freiwilligen starten.

Biontech forscht zusammen mit Pfizer an einem Impfstoff

Der US-Pharmagigant Pfizer wiederum forscht in Kooperation mit dem Mainzer Unternehmen Biontech an einem Impfstoff. Als erstes Unternehmen in Deutschland hatte Biontech im April erste klinische Studien durchgeführt.

Schweiz will sich mittels Vorreservierungen bei mehreren Herstellern absichern

Und die Schweiz? Laut einer Sprecherin des Bundesamts für Gesundheit (BAG) will sich auch der Bund «einen schnellen Zugang zu einem Impfstoff» sichern. Dazu reserviere er bei Firmen vor, die an einem Impfstoff forschten. Dafür will der Bund offenbar 100 Millionen Franken ausgeben. Für den eigentlichen Impfstoffkauf sollen nochmals 200 Millionen Franken bereitgestellt werden. Experten sollen in den nächsten Wochen entscheiden, auf welche Firmen die Schweiz setzen will.

Das BAG plant, 60% der Bevölkerung zu impfen, um eine Herdenimmunität zu erreichen. Das BAG geht davon aus, dass die Betreffenden zweimal geimpft werden müssen. Es will deshalb insgesamt 10 Millionen Dosen vorbestellen. Um das Risiko einzugrenzen, auf die falschen Kandidaten zu setzen, deren Impfstoffe sich als nicht erfolgreich herausstellen, will das BAG  bei bis zu fünf Impfstoffherstellern Vorreservierungen tätigen. Denn noch könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, wo ein erster erfolgreicher Impfstoff gefunden werde, so das BAG.

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