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Goldreserve, Goldabkommen

Goldreserve, Goldabkommen

Als Goldreserve werden nationale Goldbestände bezeichnet, die meist im Verantwortungsbereich einer Zentralbank oder eines Finanzministeriums stehen und als Währungsreserve dienen.

Der Zweck nationaler Goldreserven bestand früher zumeist in der Deckung von Währungen durch den Goldstandard. Heute wird Gold als nationale Reserve für Krisenzeiten sowie als Risikoausgleich zu Schwankungen des US-Dollar aufbewahrt. Zudem bedeutet ein hoher Goldbestand auch hohe Unabhängigkeit, da Gold jederzeit als Zahlungsmittel dienen kann.

Die überwiegende Zahl der Notenbanken reduzierte ihre Goldbestände zum Ausgleich von Staatsschulden. Der Anteil der internationalen Goldreserven an den gesamten Währungsreserven ist in den letzten drei Jahrzehnten durch Verkäufe und eine geringere Bedeutung für die Währungssicherung von 60% im Jahr 1980 auf 10% im Jahr 2006 zurückgegangen. In jüngster Zeit ist die Bedeutung des Goldes wieder gestiegen, da der Kurs stark gestiegen ist.

Die Staaten mit den grössten Goldreserven haben sich darauf geeinigt, nicht ohne Absprachen Gold auf den Markt zu bringen; dies soll den Goldpreis stabilisieren. Ein zu hohes Angebot auf dem Markt würde den Goldpreis erheblich sinken lassen, der so erzielte Erlös läge weit unter dem möglichen Wert.

Am 26. September 1999 schlossen 15 europäische Notenbanken, darunter auch die Europäische Zentralbank, in Washington D.C. das sogenannte ‘Central Bank Gold Agreement’ (CBGA), in welchem die Volumina der Goldverkäufe für die folgenden fünf Jahre geregelt wurden. Das erste Abkommen CBGA I (1999–2004) erlaubte den Notenbanken pro Laufzeitjahr, jeweils beginnend am 27. September, den Verkauf von maximal 400 Tonnen. Im Rahmen von CBGA II (2004–2009) wurde die maximale Verkaufsmenge auf 500 Tonnen pro Laufzeitjahr angehoben. Im Goldabkommen CBGA III (2009–2014) wurde eine maximale Verkaufsmenge von 400 Tonnen pro Jahr vereinbart. Das Goldabkommen wurde 2004, 2009 und 2014, jeweils mit graduell gelockerten Bedingungen, verlängert.

Seit dem ersten Goldabkommen hat sich der Goldpreis fast verfünffacht. Die beteiligten Zentralbanken haben in der vergangenen Dekade keine signifikanten Goldmengen mehr abgestossen; vielmehr waren Zentralbanken wie auch andere offizielle Institutionen als Netto-Goldkäufer am Markt aktiv. Die Schweizerische Nationalbank, ebenso wie weitere 21 Zentralbanken, werden das vierte Goldabkommen, das sie im Mai 2014 unterzeichneten, deshalb nicht mehr erneuern, wenn es am 26. September 2019 auslaufen wird.

Vgl. Wikipedia; SNB

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