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Die Vermögensverwaltungsbranche schätzt das Umfeld pessimistischer ein

Die Vermögensverwaltungsbranche schätzt das Umfeld pessimistischer ein

Die Anlageexperten der in der Schweiz ansässigen Asset Management Firmen schätzen die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft sowie für die Finanzmärkte weiterhin positiv ein. Die Risiken werden allerdings als höher eingeschätzt als noch im Frühjahr.

Die Aussichten für die Asset Management Branche in der Schweiz haben sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 eingetrübt. Die geopolitischen Unsicherheiten haben in den Augen der Asset Management Experten deutlich zugenommen und belasten zunehmend auch die Schweizer Wirtschaft. Dies geht aus dem «Swiss Asset Managers‘ Survey, H2/2019» hervor.

Aufwertung des Schweizer Frankens wird als Bedrohung gesehen

Die grösste Gefahr droht weiterhin aufgrund des sich abzeichnenden wirtschaftlichen Abschwungs im Ausland. Aufgestiegen im Sorgenbarometer ist daher der Schweizer Franken, der erneut stärker geworden ist: beinahe jeder vierte Umfrageteilnehmer sieht in der Frankenaufwertung das grösste Risiko für die Schweizer Wirtschaft. Am ehesten trauen die Umfrageteilnehmer dem Britischen Pfund ein Erstarken gegenüber dem Schweizer Franken zu.

Geldpolitik gilt als angemessen

Rund 60% der befragten Asset Manager halten die aktuelle Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank SNB für angemessen. Das Lager der Befürworter einer restriktiveren Geldpolitik hat gegenüber dem Frühjahr abgenommen, die Unterstützung für eine nochmalige Lockerung der Geldpolitik ist dagegen leicht angestiegen. Beinahe alle Asset Manager rechnen mit einem Aufheben der Negativzinsen nicht vor dem Jahr 2022. Nur ein einziger Umfrageteilnehmer hält den Schweizer Franken aktuell für unterbewertet, wobei von den restlichen Experten genau die Hälfte die aktuelle Bewertung als fair und die andere Hälfte als zu hoch taxiert.

Langfristige Zinsen in der Schweiz dürften weiter fallen

Eine starke Verschiebung im Vergleich zum SAM Survey im Frühjahr hat sich bei der Zinseinschätzung ergeben: so gehen aktuell rund 40% der Umfrageteilnehmer davon aus, dass die langfristigen Zinsen in der Schweiz weiter fallen werden. Im Frühjahr lag dieser Wert noch bei 10%.

Aussichten für den Schweizer Aktienmarkt werden positiv beurteilt

Weiterhin positiv werden die Aussichten für den Schweizer Aktienmarkt eingeschätzt. 95% aller Befragten erwarten eine positive Rendite über die nächsten 12 Monate. Als Renditetreiber werden dabei die lockere Geldpolitik wie auch ein trotz steigenden Unsicherheiten positives wirtschaftliches Umfeld gesehen.

Eine Erhöhung in der Asset Allocation ist bei Aktien sowie im Bereich der alternativen Anlagen geplant.

Nachhaltige Anlagen erhalten Aufwind

Die nach nachhaltigen Kriterien verwalteten Vermögen haben im Vergleich zur Frühjahrsstudie stark zugenommen. So ist bereits bei der Hälfte der befragten Asset Manager mehr als 25% aller Vermögen nach ESG-Standards investiert. Als wichtigster Treiber für das Wachstum im Bereich nachhaltiger Anlagen wird weiterhin die Kundennachfrage gesehen, wobei gleichzeitig der regulatorische Druck zu steigen scheint.

Als grösste Hindernisse für einen noch grösseren Erfolg der nachhaltigen Produkte werden teilweise mangelnde Transparenz und ein zu kurzer Leistungsausweis gesehen. Schliesslich schätzen über drei Viertel der befragten Experten die Rolle und die Verantwortung der Asset Manager beim Kampf gegen den Klimawandel als wichtig oder sehr wichtig ein.

Vermögensverwalter fürchten um ihr Geschäft

Der Ausblick für die Asset Management Branche selbst hat sich weiter eingetrübt: Mehr als ein Drittel der Anlageexperten rechnet mit einem negativen Geschäftsumfeld in den nächsten 12 Monaten. Das Lager der Optimisten ist nur halb so gross, während knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer ein stagnierendes Umfeld voraussagt. Als wichtigste Voraussetzung für den Erfolg sehen die Asset Manager die Performance ihrer Produkte, gefolgt von der Verfügbarkeit hochqualifizierter Arbeitskräfte.

Rahmenabkommen Schweiz-EU wird erwartet

Weniger wichtig scheint dagegen der uneingeschränkte Zugang zum EU-Markt zu sein. Offenbar haben viele der befragten Asset Manager Wege gefunden, um an EU-Kunden zu gelangen oder konzentrieren sich auf andere Märkte. Über die Hälfte der befragten Experten glaubt zudem, dass das institutionelle Rahmenabkommen zwischen der Schweiz und der EU zwar nicht innert Jahresfrist, aber innerhalb der nächsten drei Jahre abgeschlossen wird.

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