HomeFINANZENDie US-Zentralbank nimmt Inflation zugunsten von Wirtschaftswachstum vorübergehend in Kauf

Die US-Zentralbank nimmt Inflation zugunsten von Wirtschaftswachstum vorübergehend in Kauf

Die US-Zentralbank nimmt Inflation zugunsten von Wirtschaftswachstum vorübergehend in Kauf

Der Chef der US-Zentralbank Jerome Powell hat den aktuellen geldpolitischen Kurs bestätigt. Demnach ist die Fed bereit, die Märkte solange mit ausreichend Liquidität zu versorgen, bis sich die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt wieder verbessert.

Die Märkte haben diese Woche mit Spannung den Auftritt von Jerome Powell, Präsident der Federal Reserve Bank (Fed), im ‘Economic Club of New York’ erwartet, wo er sich zur Lage am US-Arbeitsmarkt geäussert hat. Seit Ausbruch der Corona-Krise gingen in den USA mehr als 22 Millionen Arbeitsplätze verloren, von denen bislang erst rund die Hälfte zurückgewonnen wurde.

Powell fordert politische Massnahmen und Investitionen

Der Notenbank-Chef forderte in seiner Rede mehr Konjunkturhilfen, und deutete gleichzeitig an, dass die Zinsen noch längere Zeit niedrig bleiben würden. Powell sagte, dass die tatsächliche Arbeitslosenquote wohl näher bei 10% liege, und sich die Fed weiterhin auf eine «breite und inklusive» Beschäftigung konzentrieren werde. Dies würde eine «geduldige und unterstützende Geldpolitik» erfordern, da die USA noch einen «langen Weg» vor sich hätten, bis die Beschäftigungsziele erreicht seien. Auch forderte er «kurzfristige politische Massnahmen und längerfristig angelegte Investitionen» zur Förderung der Beschäftigung. Tatsächlich hat US-Präsident Joe Biden ein 1,9 Billionen Dollar schweres Konjunkturpaket angestossen, das u.a. darauf abzielt, mit Direkthilfen an die Betroffenen soziale Härten zu vermeiden.

Inflationserwartungen steigen an

Angesichts des Umfangs der Finanzhilfen warnen Beobachter nun aber vor den Folgewirkungen, welche die Fed im Auge behalten müsse, zumal sie selbst die Märkte weiter mit Geld flutet. So kauft sie etwa monatlich Wertpapiere für 120 Milliarden Dollar auf und sorgt damit für einen erheblichen Konjunkturimpuls.

Die Inflationserwartungen an den Märkten wind angesichts dieser Geldflut zuletzt gestiegen: Der Durchschnittswert der erwarteten Teuerung für das kommende Jahrzehnt beträgt rund 2.2%. Damit wurde der höchste Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht. Zuletzt ist die Inflation auf 1.5% angestiegen.

Kritiker warnen indes, dass die Preise mit dem Ende der Corona-Krise in der zweiten Jahreshälfte anziehen und sich die Amerikaner mit dem in der Pandemie angesparten Geld in einen Konsumrausch stürzen könnten. Das könnte die Inflation anheizen.

US-Notenbank bekräftigt ihren geldpolitischen Kurs

Die Fed hat allerdings einmal mehr verdeutlicht, dass sie auch eine über das Ziel von 2% steigende Inflation während einer gewissen Zeit lang tolerieren würde. Grund dürfte wohl sein, dass in einer länger anhaltenden Phase des Aufschwungs mehr Amerikaner wieder Arbeit finden.

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