HomeFINANZENDie US-Fed hält die Zinsen auch auf lange Sicht niedrig

Die US-Fed hält die Zinsen auch auf lange Sicht niedrig

Die US-Fed hält die Zinsen auch auf lange Sicht niedrig

Die US-Zentralbank hat signalisiert, dass die Zinsen bis Ende 2022 auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Auch sollen die Anleihenkäufe in mindestens der heutigen Höhe beibehalten werden, um die ökonomischen Folgen der Pandemie einzudämmen.

Die Federal Reserve Bank hat in ihrer geldpolitischen Sitzung am Mittwoch beschlossen, den Leitzins bei 0.00% bis 0.25% zu belassen. Der Beschluss fiel einstimmig. Auch sollen die Zinsen bis Ende des Jahres 2022 auf dem aktuellen Niveau beibehalten werden. Fed-Präsident Jerome Powell betonte, dass der Offenmarktausschuss (Federal Open Market Committee, FOMC) von einer Erholung ausginge, die sich nur langsam einstelle. Der FOMC denke daher über eine Zinserhöhung nicht einmal nach.

Als sich die Corona-Pandemie im März 2020 verschlimmerte, haben die US-Währungshüter den Leitzins auf nahezu null gesenkt. Im April bekräftigten sie ihre Pläne, die Zinssätze dort zu halten, bis sie zuversichtlich seien, dass die Wirtschaft auf dem richtigen Weg sei, die Inflation auf ihr Ziel von 2% steige und die Arbeitslosigkeit wieder sinke.

Anleihenkaufprogramm soll in mindestens der aktuellen Höhe beibehalten werden

Um den Kreditfluss an Haushalte und Unternehmen zu unterstützen, will die Fed in den kommenden Monaten das Kaufprogramm von Staatsanleihen und bestimmten mit Hypotheken besicherten Wertpapieren auf mindestens dem derzeitigen Niveau von 80 Milliarden Dollar pro Monat halten.

Auch hat die Fed in den letzten Wochen mehrere Kreditprogramme aufgelegt, mit denen vor allem Unternehmen und Haushalte gestützt werden sollen.

Ökonomen und Börsianer hatten mit diesen Entscheidungen gerechnet

Obwohl die Fed entschieden hat, die Zinsen für längere Zeit niedrig zu halten, war die Marktreaktion auf die Fed-Sitzung neutral, wie Analysten der Credit Suisse melden. Manche Anleger seien wegen des Fehlens neuer geldpolitischer Massnahmen enttäuscht gewesen.

Fed geht nicht von einer «Grossen Depression» aus

Die US-Notenbank geht indes nicht davon aus, dass die Welt vor einer ähnlich einschneidenden ökonomischen Krise steht wie in den 1930er Jahren. Wie der Fed-Vorsitzende Jerome Powell erklärte, sei die Grosse Depression kein gutes Beispiel dafür, was gerade geschehe. Zum einen sei die Reaktion auf Seiten der Regierung im Gegensatz zu früher sehr schnell und sehr kraftvoll ausgefallen. Zum anderen sei die US-Wirtschaft vor Ausbruch der Krise in einem wesentlich besseren Zustand gewesen als vor knapp einem Jahrhundert.

Finanzsystem ist heute in einem wesentlich besseren Zustand als früher

Der Notenbankchef verwies auch auf die sehr niedrige Arbeitslosigkeit vor der Corona-Krise und den bis dato längsten Konjunkturaufschwung in der US-Geschichte. Darüber hinaus sei das Finanzsystem heute in einem wesentlich besseren Zustand als zu Zeiten der Grossen Depression.

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