HomeFINANZENDie US-Fed bekräftigt ihren Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise

Die US-Fed bekräftigt ihren Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise

Die US-Fed bekräftigt ihren Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise

Die US-Zentralbank belässt ihren Leitzins erwartungsgemäss unverändert nahe Null. Sie ist aber entschlossen, zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel der Geldpolitik einzusetzen.

Die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) hält an ihrem derzeitigen geldpolitischen Kurs fest. Sie belässt den Leitzins in der Spanne von 0% bis 0.25% und fährt mit ihren Anleihenkäufen fort.

Vollständige wirtschaftliche Erholung ist ohne Virus-Eindämmung unwahrscheinlich

Wie die Fed erklärte, hätten Wachstum und Beschäftigung seit dem Höhepunkt der Pandemie in den USA wieder etwas zugelegt, seien aber immer noch deutlich unter dem Niveau vom Jahresbeginn. Der Verlauf der Wirtschaft werde signifikant vom Verlauf des Virus abhängen. Fed-Chef Jerome Powell warnte, dass eine vollständige wirtschaftliche Erholung ohne eine Eindämmung des Virus unwahrscheinlich sei. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise sei die schwerste seit Jahrzehnten.

US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal massiv geschrumpft

Tatsächlich erlitt die US-Wirtschaft in den Monaten April bis Juni den stärksten Wachstumseinbruch seit der Nachkriegszeit. Die Wirtschaftskraft der weltgrössten Volkswirtschaft schrumpfte mit einer annualisierten Rate von 32.9%. Damit schlug sich die US-Wirtschaft geringfügig besser als erwartet (-34.5%). Im ersten Quartal 2020 war das US-Bruttoinlandprodukt (BIP) um 5% geschrumpft. Im Vorjahresvergleich sank die Wirtschaftsleistung um 9.5%, nachdem das BIP im ersten Quartal auf Jahressicht noch marginal zugelegt hatte (+0.3%).

Die privaten Konsumausgaben, die rund zwei Drittel des BIP ausmachen, gingen aufgrund der einschränkenden Massnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus auf Jahresbasis um 34.6% zurück und waren damit hauptverantwortlich für den Wachstumseinbruch (-25.1%). Auch das entspricht dem stärksten Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen vor siebzig Jahren.

Fed will ihre Notprogramme für die Dauer der Krise weiterführen

Powell sagte dazu, dass die Fed ihre Notprogramme für die Dauer der Krise weiterführen werde, um sicherzustellen, dass sich die Wirtschaft so bald als möglich wieder erhole. Es brauche womöglich auch weitere fiskalische Unterstützung, womit Powell gemäss Beobachtern auf die laufenden Verhandlungen im US-Kongress für ein weiteres Konjunkturpaket anspielte.

Kreditprogramme sollen bis zum Jahresende verlängert werden

Um die Finanzmärkte und die Realwirtschaft zu stützen, lancierte die Fed bereits im Februar Notprogramme, wodurch sie Kredite vergab und den Ankauf von Anleihen massiv ausweitete. Die Fed kündigte Anfang Woche an, mehrere der Kreditprogramme bis zum Jahresende zu verlängern. Sie teilte weiter mit, dass auch die milliardenschweren Dollar-Kreditlinien für ausländische Zentralbanken bis Ende März nächsten Jahres verlängert würden.

Republikaner und Demokraten verhandeln über Verlängerung des Arbeitslosengeldes

Powell erklärte weiter, dass viele Amerikaner nach wie vor Unterstützung bräuchten, die Höhe sei Sache des Kongresses. Das erhöhte Arbeitslosengeld läuft am Monatsende aus. Republikaner und Demokraten verhandeln derzeit über eine Verlängerung des erhöhten Arbeitslosengeldes und ein weiteres Konjunkturpaket.

Mit Blick auf die Pandemie betonte Powell, der wirtschaftliche Ausblick sei weiterhin aussergewöhnlich unsicher. Er nannte keine neuen Einzelheiten zu künftigen politischen Massnahmen, versprach aber, die lockere Geldpolitik fortzuführen, bis sich die US-Wirtschaft von der durch die COVID-19-Pandemie verursachten Verlangsamung erholt habe.

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