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Die UBS trifft Massnahmen um die Kosten zu senken

Die UBS trifft Massnahmen um die Kosten zu senken

Die Schweizer Grossbank UBS will 2021 offenbar weitere Einsparungen vornehmen. So wird sie in der Schweiz per Ende März knapp einen Fünftel ihrer 240 Geschäftsstellen schliessen, wie Medien berichten. Auch will sie ab Juli die Vermögensschwelle für zu entrichtende Negativzinsen auf 250’000 Franken senken.

Die UBS will per Ende März dieses Jahres in der Schweiz 44 ihrer 240 Geschäftsstellen schliessen, wie verschiedene Medien berichten. Den Entscheid begründe die Grossbank mit dem Vormarsch von technologischen Banklösungen, die von den Kunden immer stärker genutzt würden.

Dabei hat die UBS bereits im letzten Jahr 28 Filialen geschlossen. Die rund 150 Mitarbeitenden der Kleinfilialen sollen offenbar in grösseren Filialen oder in anderen Bereichen weiterbeschäftigt werden – zumindest für den Moment. Die betroffenen Kunden müssen nun einen weiteren Weg zu ihrer Bank in Kauf nehmen.

Trend hin zu weniger Filialen setzt sich fort

Tatsächlich ist die Zahl der Bankfilialen zwischen 2009 und 2019 um knapp 18% auf 2448 gesunken, wie aus einer Statistik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hervorgeht. Alleine bei den Grossbanken gingen in diesen zehn Jahren über 80 Standorte verloren. Auch die Credit Suisse hatte vergangenes Jahr angekündigt, nur noch 109 der 146 Standorte beibehalten zu wollen. Dabei weist die Schweiz eine vergleichsweise hohe Filialdichte auf: 2019 kamen knapp 39 Filialen auf 100’000 Erwachsene. In der EU liegt der Schnitt bei 23,5, wie eine Statistik der Weltbank aufzeigt.

Dennoch dürften Bankfilialen in der Schweiz auch in Zukunft ihren Platz haben. Zwar sollen Webchats und Videoberatungen an Bedeutung gewinnen, wie eine Retailbanken-Studie der Hochschule Luzern prognostiziert. Die persönliche Beratung in der Filiale soll aber nach wie vor das wichtigste Instrument der Banker bleiben.

Nur wenige Banken bauen das Filialnetz noch aus

Einige Banken wollen entgegen dem Trend sogar ausbauen, wie Beispiele zeigen. So etwa die Valiant Bank. Sie hat sich im Rahmen ihrer schweizweiten Expansionsstrategie vorgenommen, bis 2024 gut 14 neue Geschäftsstellen zu eröffnen. Auch die Migros Bank will ihr Filialnetz erweitern. Das kündigte ihr Chef Manuel Kunzelmann im September in einem Interview an.

Vermögensschwelle für Negativzinsen wird abgesenkt

Ein Teil der UBS-Kunden ist nun aber auch anderweitig von den Sparmassnahmen betroffen: So will die UBS ab 1. Juli 2021 die Vermögensschwelle für zu zahlende Negativzinsen stark absenken. Mussten bis anhin nur Kunden mit 2 Millionen Franken Vermögen und mehr die Gebühr von 0.75% entrichten, müssen sie das ab Juli bereits ab einem Vermögen von 250’000 Franken tun. Die UBS geht davon aus, dass weniger als 5% ihrer Schweizer Kunden von der veränderten Regelung betroffen sein werden.

Andere Banken dürften nachziehen

Zum Vergleich: Die Credit Suisse verrechnet Negativzinsen nach wie vor ab einem Vermögensbetrag von 2 Millionen Franken. Allerdings dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch sie – ebenso wie weitere Banken – die Vermögensschwelle absenken wird. Die Postfinance hat bereits im letzten Dezember angekündigt, ab Februar 2021 Kontoeinlagen ab 100’000 Franken mit dem Negativzins von 0.75% zu belasten. Damit geht die Postfinance vorderhand am weitesten.

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