HomeGESUNDHEITDIENSTLEISTERDie traditionelle Apotheke hat ausgedient

Die traditionelle Apotheke hat ausgedient

Die traditionelle Apotheke hat ausgedient

Das Apothekenumfeld ändert sich drastisch: Neue Technologien generieren immer bessere Daten, internationale Startups sorgen mit innovativen Geschäftsmodellen für neue Konkurrenz, der Online-Handel gewinnt an Bedeutung. In seiner neuesten Studie hat das GDI vier Bausteine für die Apotheke 2030 entwickelt.

Um die Veränderungen im Apothekenumfeld greifbarer zu machen, hat das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) eine Marktanalyse vorgenommen, in der das Angebot der heutigen Apotheken mit dem von Retail-Health (grosse Detailhändler, die auch im Gesundheitsbereich tätig sind) und von Startups verglichen wurde. Aus dieser Analyse wurden vier Bausteine für die ‚Apotheke 2030‚ entwickelt:

  1. Die Digitale Plattform ist die primäre Anlaufstelle für alle Gesundheitsfragen und bietet eine optimierte Verknüpfung von Anbietern und Kunden.
  2. Retail-Health als zweiter möglicher Baustein setzt vor allem auf die Skalierung von eher einfachen und weit verbreiteten Gesundheitsbedürfnissen.
  3. Beim dritten Baustein, den Services, stehen statt der Produkte die Dienstleistungen und deren Bündelung zu individuellen Angebotspaketen im Vordergrund.
  4. Eine Nischenstrategie verfolgt hingegen der vierte Baustein Spezialisierung, der sich auf einzelne Diagnosen oder bestimmte Demografien konzentriert.

Diese Bausteine schliessen sich nicht gegenseitig aus, sondern können nebeneinander existieren und lassen sich teilweise auch kombinieren.

Die komplett unabhängige Apotheke kann in Zukunft kaum noch überleben

Der fortschreitende Wandel im Gesundheitsmarkt zeigt, dass eine komplett unabhängige Apotheke in Zukunft kaum noch überleben kann, und dass Netzwerke an Bedeutung gewinnen. So kann auch die Apotheke 2030 nicht als ein alleinstehendes Unternehmen betrachtet werden. Eine Apotheke ist in ein komplexes Ökosystem eingebunden und abhängig von den anderen Akteuren, die in diesem Ökosystem vertreten sind: Konsumenten, Ärztinnen, Spitäler, Pflegeanbieter, Pharma, Forschung, Logistik, Krankenkassen oder neue digitale Tools und Plattformen.

Lineare Wertschöpfungskette hat ausgedient

Will man die Beziehungen innerhalb dieses Ökosystems abbilden, muss man sich gedanklich von der Idee einer linearen Wertschöpfungskette verabschieden. Denn wegen Megatrends wie der Digitalisierung oder der Globalisierung befindet sich der gesamte Gesundheitsmarkt im Umbruch. Disruptionen brechen diese lineare Kette auf. Bestehende Strukturen und Angebote werden entbündelt und zu vernetzten Dienstleistungen neu gebündelt. Es findet eine Neuanordnung zu einem Wertschöpfungsnetzwerk statt.

Es findet eine Neuanordnung zu einem Wertschöpfungsnetzwerk statt

Für die Apotheke 2030 wird es nun wichtig, sich zentral im Netzwerk zu positionieren und Beziehungen zu den anderen Akteuren aufzubauen und zu pflegen. Das Konzept der Apotheke 2030 muss mehrschichtig verstanden werden. Diese Schichten können Teil der physischen Welt sein (z. B. Infrastruktur, Menschen, Fahrzeuge oder Medikamente) oder nur virtuell existieren (Kundendaten, Online-Plattformen, Gesundheitsdaten oder das Internet of Things). Heute hängen die Apotheker noch zu sehr an der Fläche und am Standort. Es fehlt ein umfassendes Bewusstsein dafür, wie stark sie schon von der virtuellen Welt beeinflusst werden und von ihr abhängig sind.

Reale Bedürfnisse von Menschen werden mit vernetzten Dienstleistungen zusammengeführt

Die meisten der beschriebenen Schichten gibt es heute bereits. Ziel der Apotheke 2030 ist nun, diese effektiv und effizient miteinander zu verknüpfen und so reale Bedürfnisse von realen Menschen mit digitalen, gebündelten und vernetzten Dienstleistungen zusammenzuführen. So kann eine Apotheke auch ohne festen Standort erfolgreich sein. Natürlich wird es weiterhin physische Kontaktpunkte brauchen, doch können sie neue Formen annehmen.

Kooperationen mit den richtigen Partnern sind entscheidender Wettbewerbsvorteil

Während der physische Standort an Bedeutung verliert, wird die Position im Netzwerk wichtiger. Beziehungen zu und Kooperationen mit den richtigen Partnern werden zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil einer mehrschichtigen, verknüpften, standortunabhängigen und vernetzten Apotheke 2030.

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