HomeGELDANLEGENDie höchste Rendite erzielten 3a-Vorsorgesparer 2020 mit Fondsprodukten

Die höchste Rendite erzielten 3a-Vorsorgesparer 2020 mit Fondsprodukten

Die höchste Rendite erzielten 3a-Vorsorgesparer 2020 mit Fondsprodukten

Vorsorgefonds der Säule 3a warfen trotz der Corona-Krise 2020 gute Renditen ab. Die meisten Vorsorgekunden, die in Fonds der Säule 3a investierten, mussten keine Verluste hinnehmen. Doch es gilt auch ein Augenmerk auf die Kosten zu richten.

Moneyland.ch hat die Performance von Schweizer Vorsorgefonds im Corona-Jahr 2020 analysiert. Danach haben Vorsorgefonds der Säule 3a trotz Corona-Krise positiv abgeschnitten. Die 61 untersuchten Schweizer Vorsorgefonds performten im Durchschnitt mit einer Rendite von 3% (abzüglich der TER-Kosten). Zum Vergleich: 2018 performten die Vorsorgefonds mit -4.8% Rendite deutlich schlechter, 2019 hingegen mit durchschnittlich 11.8% Rendite deutlich besser.

Risiko zahlte sich 2020 aus

Die Fonds performten 2020 umso besser, je «riskanter» sie von den Banken eingestuft wurden, was bedeutet, je mehr Aktien sie enthielten. Vorsorgefonds mit minimalem Aktienanteil erzielten 2020 eine Rendite (abzüglich TER-Kosten) von 0.8%, mit geringem Aktienanteil von 1.7%, mit mittlerem Aktienanteil von 2.9%, mit hohem Aktienanteil von 3.4% und mit sehr hohem Aktienanteil eine Rendite von 5.4%.

«Über die letzten zehn Jahre hinweg betrachtet performten aktienstarke Fonds am besten», sagt Felix Oeschger, Analyst bei moneyland.ch. Das verwundert insofern nicht, als diese Zeitspanne auf den Kurseinbruch nach der Finanzkrise folgte. Es gilt jedoch ganz allgemein, dass sich ein hoher Aktienanteil bei einem Anlagehorizont von mehr als 10 Jahren in der Regel auszahlt. Allerdings muss man auch verlustreiche Jahre aussitzen können.

Börsen haben im Corona-Jahr gut abgeschnitten

Dass sich Schweizer Vorsorgefonds trotz Corona-Krise positiv entwickelten, liegt an der Entwicklung der Börsen. Zum Vergleich hat moneyland.ch die Total-Return-Zahlen wichtiger Referenzmärkte ausgewertet. Die Total-Return-Zahlen sind am besten mit den Fondsrenditen vergleichbar, da sie wie Schweizer Vorsorgefonds mit reinvestierten Dividenden (Ausschüttungen) rechnen.

Demnach performte der Swiss Market Index SMI im Jahr 2020 mit +4.4% ebenfalls positiv, und der Swiss Performance Index SPI performte mit +3.8%. Die Börsenschwergewichte Nestlé (-0.5%), Roche (-1.6%) und Novartis (-9%) trugen mit ihren negativen Renditen zu diesem eher etwas verhaltenen Ergebnis bei. Im Vergleich dazu erreichten amerikanische Börsen im Corona-Jahr sogar Höchstwerte. So performte der S&P 500 im Jahr 2020 mit +18.4%. Für Schweizer Vorsorgefonds ist das ebenfalls relevant, da diese auch in amerikanische Aktien investieren.

Fonds mit hohem Aktienanteil rentierten am besten

Von den untersuchten Vorsorgefonds haben 2020 diejenigen mit hohem Aktienanteil am besten performt. Der LUKB Expert-Vorsorge 75 der Luzerner Kantonalbank beispielsweise erzielte eine Performance von 6.7%, gefolgt vom frankly-Fonds Strong 75 Active der Zürcher Kantonalbank mit ebenfalls 6.7%, dem CSA Mixta-BVG Equity 75 der Credit Suisse mit 6.6% und dem ZKB Swisscanto BVG 3 Responsible Portfolio 75 RT CHF der Zürcher Kantonalbank mit 5.9%.

Performance-Vergleich

Performance unterlag grossen Schwankungen

Die Performance der Fonds hat während dem letzten Jahr allerdings stark geschwankt. So waren bei aktienstarken Fonds im Frühjahr Kursrückgänge von 20% und mehr keine Seltenheit. Anleger, die zum ungünstigsten Zeitpunkt im Frühjahr 2020 ihren Vorsorgefonds verkauft haben, hatten je nach Fonds Verluste von mehr als 20% zu beklagen.

Vergangene Performance ist kein Garant für zukünftige Rendite

«Obwohl die Performance abzüglich Kosten für den einzelnen Anleger entscheidend ist, sollte diese nicht das alleinige Auswahlkriterium für einen Vorsorgefonds darstellen», so Benjamin Manz, Geschäftsführer von moneyland.ch. Denn anhand der vergangenen Performance lasse sich die zukünftige nicht voraussagen. Ein wichtiges Kriterium seien vielmehr die Kosten, die für die gewählte Strategie möglichst niedrig sein sollten.

Kosten des Fonds sind ein wichtiges Kriterium

Manz empfiehlt die neuen Vorsorge-Apps als eine Alternative zu klassischen Vorsorgefonds, da sie häufig niedrigere Kosten hätten. Die 3a-Apps wurden für die Performance-Auswertung allerdings nicht berücksichtigt, da nur Performance-Daten von klassischen Fonds mit eigener ISIN-Nummer ausgewertet werden konnten.

Methodik des Vorsorgefonds-Vergleichs

Moneyland.ch hat 61 Schweizer Vorsorgefonds bezüglich Renditen untersucht. Dabei wurde die Performance anhand historischer Net Asset Values von Swiss Fund Data und anderen Finanzdatenanbietern berechnet. Auch konnten nur Vorsorgefonds mit ISIN-Nummer berücksichtigt werden (das schliesst die meisten Vorsorge-Apps aus). Die TER-Gebühren wurden von der Performance bereits abgezogen, nicht jedoch Depot-, Ausgabe- und Rücknahmegebühren.

Weiter wurde die Performance unter der Annahme berechnet, dass der Bruttobetrag der Ertrags- und/oder Kapitalgewinn-Ausschüttungen umgehend ohne Abzüge (also ohne Kommissionen, Abgaben und Steuern wie zum Beispiel die eidgenössische Verrechnungssteuer) wieder im Vorsorgefonds angelegt wird.

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