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Die EZB schafft zusätzliche Liquiditätshilfen für Banken

Die EZB schafft zusätzliche Liquiditätshilfen für Banken

Die Europäische Zentralbank hat an ihrer regulären Sitzung von Ende April 2020 keine Änderungen an den Leitzinsen und den Wertpapierkäufen vorgenommen. Sie hat jedoch zusätzliche Liquiditätshilfen für die Geschäftsbanken beschlossen und ist uneingeschränkt bereit, die Wertpapierkäufe bei Bedarf nochmals auszuweiten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet alle geldpolitischen Zinssätze unverändert belassen. Die im März aufgestockten Wertpapierkäufe werden wie geplant fortgesetzt. Allein unter dem sogenannten Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) werden bis Ende Jahr 750 Mrd. Euro an Wertpapieren erworben, wobei sich die Währungshüter bezüglich zeitlicher Aufteilung, Anlageklassen und Länderaufteilung alle Freiheiten nehmen wollen, die sie brauchen.

Käufe werden bis mindestens Ende 2020 fortgesetzt

Die Käufe sollen solange fortgesetzt werden, wie es die Corona-Krise erfordert, mindestens aber bis Ende 2020. Insgesamt wird die EZB dieses Jahr Wertpapiere über 1’100 Mrd. Euro erwerben, was rund 10% des Bruttoinlandsprodukts der Eurozone entspricht und alle bisherigen Programme in den Schatten stellt.

Die EZB betont, dass sie bei Bedarf bereit ist, alle Instrumente anzupassen. Insbesondere die Wertpapierkäufe unter dem PEPP könnten falls notwendig sowohl bezüglich Ausmass als auch Dauer adjustiert werden.

Langfristkredite sollen Banken und Märkte mit ausreichend Liquidität versorgen

Bei den bis 2021 laufenden Langfristkrediten an die Geschäftsbanken (TLTRO) wurden die Konditionen erneut vergünstigt und der entsprechende Zins auf -0.50% gesenkt. Sofern die Banken ihre Kreditvergabe an den Privatsektor nicht einschränken, kann der Zins sogar bis auf -1.00% sinken.

Darüber hinaus initiiert die EZB mit den sogenannten Pandemic Emergency Longer-Term Refinancing Operations (PELTROs) eine weitere Serie an Langfristkrediten um die Banken und Geldmärkte mit ausreichend Liquidität zu versorgen. Die PELTROs bestehen aus sieben verschiedenen Kredittranchen, die ab Mai 2020 vergeben werden und gestaffelt zwischen Juli und September 2021 auslaufen. Die Kredite werden zu -0.25% und in unlimitiertem Ausmass zur Verfügung gestellt.

EZB rechnet 2020 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5%-12%

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hielt in der Pressekonferenz fest, dass die Eurozone gegenwärtig einen Wirtschaftseinbruch erlebt, der bezüglich Geschwindigkeit und Ausmass in Friedenszeiten beispiellos ist. Die Tiefe der Rezession hänge wesentlich von der Dauer der Eindämmungsmassnahmen ab, sowie vom Erfolg der Abfederungsmassnahmen der Regierungen. Je nach Szenario sei in diesem Jahr mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 5% bis 12% zu rechnen. Die Geschwindigkeit und das Ausmass der erwarteten wirtschaftlichen Erholung in der zweiten Jahreshälfte seien jedoch ebenfalls mit hoher Unsicherheit behaftet.

EZB könnte Wertpapierkäufe schon bald erhöhen

Aufgrund des dramatischen wirtschaftlichen Einbruchs und dem Risiko einer zweiten Infektionswelle ist es für die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) wahrscheinlich, dass sich die Währungshüter schon bald zu einer Erhöhung der Wertpapierkäufe veranlasst sehen. Die EZB zeige damit, dass sie nichts anbrennen lasse, und alles unternehmen werde, um günstige Finanzierungskonditionen zu gewährleisten.

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