HomeFINANZENDie EZB führt ihre expansive Geldpolitik fort und weitet das Anleihekaufprogramm aus

Die EZB führt ihre expansive Geldpolitik fort und weitet das Anleihekaufprogramm aus

Die EZB führt ihre expansive Geldpolitik fort und weitet das Anleihekaufprogramm aus

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat an ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr wie erwartet ein umfangreiches Massnahmenpaket verabschiedet. Sie hat ihre expansive Geldpolitik damit auf Jahre hinaus zementiert.

Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt die geldpolitischen Zinssätze auf ihren historischen Tiefstwerten. Die Zinsen sollen erst dann wieder erhöht werden, wenn die Inflation nachhaltig in Richtung Ziel von 2% gestiegen ist.

Anleiheankaufprogramm wird erhöht und verlängert

Die EZB hat zudem das im März gestartete Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) für Anleihen im Wert von 1,35 Billionen Euro um weitere 500 Milliarden auf 1,85 Billiarden Euro erhöht und bis mindestens März 2022 verlängert. Die EZB hat sich zudem verpflichtet, die Erlöse aus fällig werdenden Anleihen im PEPP bis mindestens Ende 2023 zu reinvestieren.

Auch die unter dem Asset Purchase Programme (APP) getätigten Wertpapierkäufe von monatlich 20 Milliarden Euro sollen solange wie notwendig fortgesetzt und erst dann eingestellt werden, wenn die erste Zinserhöhung bevorsteht.

Geschäftsbanken erhalten in drei weiteren Stufen zusätzliche Langfristkredite

Darüber hinaus werden den Geschäftsbanken in drei weiteren Stufen zusätzliche Langfristkredite (sogenannte TLTRO) zwischen Juni und Dezember 2021 zu sehr attraktiven Konditionen angeboten. Zusätzliche Liquidität wird den Banken über vier weitere sogenannte Pandemic Emergency Longer-Term Refinancing Operations (PELTRO) zu geführt.

Wirtschaftliche Unsicherheit bleibt hoch und Abwärtsrisiken überwiegen

EZB-Präsidentin Christine Lagarde äusserte in der Pressekonferenz, dass die beschlossenen Massnahmen zu lockeren Finanzierungsbedingungen beitragen würden. Die wirtschaftliche Unsicherheit bleibe jedoch hoch und die Abwärtsrisiken würden weiter überwiegen. Ausserdem sei trotz wirksamen Impfstoffen kein baldiges Ende der Corona-Pandemie zu erwarten.

EZB revidiert ihre Wachstumsprognose für 2021 nach unten

Die EZB hat deshalb ihre Wachstumsprognose nach erwarteten -7.3% in diesem Jahr für 2021 von zuvor prognostizierten 5.0% auf 3.9% nach unten angepasst. Jene für 2022 hat die EZB von zuvor 3.2% auf 4.2% angehoben. Gleichzeitig bleibt die Inflation auf absehbare Zeit tief. Die Währungshüter sind daher bereit, um bei Bedarf weitere Massnahmen zu beschliessen.

Zinsen bleiben auf absehbarer Zeit niedrig und die Märkte liquide

Gemäss den Analysten der Credit Suisse reichen diese geldpolitischen Massnahmen aus, um im Jahr 2021 für weiterhin gute Finanzbedingungen und anhaltend niedrige Zinsen zu sorgen.

Laut den Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat sich der Fokus der Notenbanker von der Inflation hin zur Sicherstellung lockerer Finanzierungsbedingungen für Staaten, Unternehmen und Haushalte verschoben. Angesichts der schweren Wirtschaftskrise erachten sie das zwar als verständlich, warnen jedoch, dass sich die EZB damit in eine Sackgasse manövriert und der Ausstieg aus dieser Politik sehr schwierig werden wird.

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