HomeGESUNDHEITDIENSTLEISTERDie Corona-Pandemie verursacht Spitälern Kosten von einigen hundert Millionen

Die Corona-Pandemie verursacht Spitälern Kosten von einigen hundert Millionen

Die Corona-Pandemie verursacht Spitälern Kosten von einigen hundert Millionen

Die Kosten der Universitätsspitäler von Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich sind im Bereich der obligatorischen Krankenpflegeversicherung schon heute nicht gedeckt. Nun kommen noch einige hundert Millionen für Corona-Behandlungen hinzu.

Die Corona-Krise hat für die Spitäler eine zusätzliche Belastung mit sich gebracht, wie Uwe Jocham, Direktionspräsident der Berner Inselgruppe, laut Agenturmeldungen letzte Woche verkündete. So betrage der Ertragsausfall wegen nicht durchgeführter Behandlungen von März bis Juni 2020 allein für die fünf Universitätsspitäler insgesamt 290 Millionen Franken. Hinzu kämen Covid-spezifische Kosten, etwa für Infrastruktur, von 66 Millionen Franken. Insgesamt habe die Pandemie die fünf Universitätsspitäler bisher 356 Millionen Franken gekostet.

Verschiedene Kantone wollen einen Teil der Kosten übernehmen

Verschiedene Kantone hätten sich inzwischen bereit erklärt, zumindest einen Teil der Kosten mitzufinanzieren, berichtet die Nachrichtenagentur SDA. Jocham habe auch auf die anstehende Revision der Krankenversicherungsverordung verwiesen. Die separate ‘Baserate’ für die Universitätsspitäler müsse unbedingt erhalten bleiben, habe er gefordert. Denn nur diese Einrichtungen könnten die nötigen Vorhalteleistungen, etwa die Verfügbarkeit von Personal und Infrastruktur, leisten.

Bund will nicht für ungedeckte Kosten der Spitäler aufkommen

Bundesrat Alain Berset hatte die Woche zuvor den Kantonen gegenüber signalisiert, dass der Bund nicht für die ungedeckten Kosten aufgrund des Operations- und Behandlungsverbots der Spitäler und Kliniken aufkommen wolle. Der Spitalverband H+ bedauerte dies sehr. H+ gab allerdings der Hoffnung Ausdruck, dass der Dialog mit den Spitälern und Kliniken, aber auch den anderen Akteuren sobald als möglich folgen werde, da eine Lösung für die Verteilung der Kosten und Schäden nur in einem allgemeinen Konsens gefunden werden könne.

Bund übernimmt Kosten für Corona-Tests

Der Bundesrat hatte hingegen entschieden, ab dem 25. Juni 2020 sämtliche Kosten für Coronatests zu übernehmen, um rasch auf den Wiederanstieg der Fallzahlen reagieren zu können. Es sollte so viel getestet werden wie möglich und sinnvoll sei. Bis dahin wurden die Kosten für die Virustests teilweise von den Krankenversicherungen und teilweise von den Kantonen übernommen. Diese Regelung führte dazu, dass nicht alle Patienten gleichbehandelt wurden: Wenn die Kosten von der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen wurden, fielen für die Testpersonen Franchise und Selbstbehalt an. Übernahmen dagegen die Kantone die Tests, fielen für die Testpersonen keine Kosten an. Damit bestand die Gefahr, dass Personen sich nicht testen lassen würden, wenn sie die Kosten für den Test selber tragen müssten.

Der Bund übernimmt die Kosten nun sowohl für Tests auf Infektion mit dem Coronavirus, wie auch die serologischen Tests zum Nachweis von Antikörpern. Den Test auf das SARS-Coronavirus-2 vergütet der Bund mit einer Pauschale von 169 Franken, jenen für den Antikörpernachweis mit 113 Franken. Dabei gelten die Testkriterien des Bundesamts für Gesundheit. Serologische Tests werden derzeit noch nicht empfohlen.

Spitalverband fordert vom Bundesrat eine Erklärung

H+ begrüsste den Schritt des Bundesrats in Bezug auf die Tests. Er bedauerte indes, dass der Bund für die Einnahmeverluste aufgrund des Operations- und Behandlungsverbots zwischen März und April nicht aufkommen wolle, obschon dies eine Folge seines eigenen Beschlusses sei, jede nicht dringende Untersuchung oder Behandlung zu verbieten. H+ lud den Bundesrat deshalb ein, die verfassungsmässigen und gesetzlichen Grundlagen für diese Position zu erläutern, insbesondere im Hinblick auf das Bundesgesetz über die Landesversorgung und das Bundesgesetz über die Enteignung.

Share With:
Rate This Article

info@s-mediacomm.ch

No Comments

Leave A Comment