HomeWIRTSCHAFTVOLKSWIRTSCHAFTDer Bund korrigiert die Prognose für das Wirtschaftswachstum 2020 nach oben

Der Bund korrigiert die Prognose für das Wirtschaftswachstum 2020 nach oben

Der Bund korrigiert die Prognose für das Wirtschaftswachstum 2020 nach oben

Die Schweiz kommt besser durch die Corona-Krise als die meisten anderen europäischen Länder. Dies zumindest lässt sich aus den gestern vom Staatssekretariat für Wirtschaft veröffentlichten Zahlen zum 3. Quartal 2020 ablesen.

Nach einem Einbruch im 1. Halbjahr von 8.6% nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 3. Quartal um 7.2% zu und lag somit nur noch 2% unter dem Vorkrisenniveau von Ende 2019. Sehr kräftig erholte sich der private Konsum. Zwar werden nicht zuletzt diese Konsumausgaben durch die zurzeit vorherrschende zweite Corona-Welle zumindest wieder stark gebremst werden. Dennoch wird das Wachstum der Schweizer Wirtschaft weniger stark einbrechen als bisher vom Seco prognostiziert. Das Staatssekretariat für Wirtschaft revidiert seine BIP-Prognose daher von bisher -5% auf neu -3.5%.

Impfstoffentwicklung dürfte ab H2 2021 ansehnliche Wachstumsraten hervorbringen

Die zweite Pandemiewelle hinterlässt vor allem in Europa und den USA negative Bremsspuren. Diese schlagen sich auch im Schweizer Aussenhandel nieder, und zwar sowohl im Schlussquartal 2020 als auch Anfang nächsten Jahres. Die ermutigenden Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung dürften indes spätestens ab dem zweiten Halbjahr 2021 ansehnliche Wachstumsraten auch in der Schweizer Wirtschaft zeitigen. Das Seco prognostiziert für das Gesamtjahr 2021 ein BIP-Wachstum von 3.0% (bisher 3.5%). Für 2022 rechnet es ebenfalls mit einem Wachstum von rund 3%.

Was lernen wir daraus?
  1. Die im Frühjahr 2020 aufgetretene Korona-Pandemie hat aufgrund der dagegen ergriffenen gesundheitlichen Massnahmen, mit dem Shutdown des öffentlichen Lebens und einem späteren Teil-Lockdown der Wirtschaft, zu einem starken Einbruch des Wirtschaftswachstums (BIP) geführt.
  2. Über den Sommer hinweg bis in den Herbst (wohinein das 3. Quartal fällt), als die Massnahmen gelockert wurden, hat sich die Wirtschaft stärker als erwartet erholt.
  3. Zwar werden die Konsumausgaben, welche das Wirtschaftswachstum stützen, durch die zurzeit vorherrschende zweite Coronawelle wieder stark gebremst. Dennoch erwartet das Seco, dass das Wirtschaftswachstum weniger stark einbrechen wird als prognostiziert. Es revidiert seine BIP-Prognose daher von bisher -5% auf neu -3.5% für das ganze Jahr 2020.
  4. Aufgrund der angekündigten Impfstoffe geht das Seco davon aus, dass 2021 ein BIP-Wachstum von 3.0% (bisher 3.5%) und 2022 eines von rund 3% resultieren wird.
  5. Das reale (nach Abzug der Teuerung) Bruttoinlandprodukt definiert die Zunahme an produzierten Gütern und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft. Die Wachstumsrate dient als Gradmesser dafür, wie viel mehr Güter und Dienstleistungen im Vergleich zum Vorquartal oder Vorjahr produziert wurden. Wirtschaftswachstum ist wichtig, weil es den Anstieg des Lebensstandards breiter Bevölkerungsteile aufzeigen soll.
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