HomeGELDDas viel gepriesene Homeoffice hat auch seine Schattenseiten

Das viel gepriesene Homeoffice hat auch seine Schattenseiten

Das viel gepriesene Homeoffice hat auch seine Schattenseiten

Homeoffice ist ein wirksames Instrument zur Bekämpfung der Pandemie und für den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden. Das Recht auf Rückkehr ist jedoch eine zentrale Voraussetzung, um den Schattenseiten des Homeoffice vorzubeugen.

Das Homeoffice geniesst in der Schweiz breite Akzeptanz. Aber Überwachung, Vermischung von Privat- und Berufsleben und andere psychosoziale Risiken sind ebenso eine Realität, mahnt der Schweizerische Gewerkschaftsbund. Das Recht auf Rückkehr sei deshalb eine zentrale Voraussetzung, um den Schattenseiten des Homeoffice vorzubeugen. Die widerrechtliche Mustervereinbarung des Arbeitgeberverbandes deckt gemäss SGB auf, dass auch beim verordneten Homeoffice gegensätzliche Interessen bestehen. Damit die Arbeitnehmenden ihre Rechte wahrnehmen können, hat der SGB eine umfassende Analyse verfasst.

Zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer braucht es klare Regeln

Damit Homeoffice für die Arbeitnehmenden nicht zu Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen und zur Vernachlässigung der Verantwortung der Arbeitgeber gegenüber den Arbeitnehmern führt, braucht es klare Regeln, sagt der SGB. Die Risiken von Gesundheitsschäden und Isolation seien eine Realität. Unternehmen könnten auch versucht sein, Homeoffice als Instrument zur Kostenoptimierung einzusetzen, indem sie physische Arbeitsplätze reduzierten oder verschiedene mit der Tätigkeit verbundene Kosten auf die Angestellten abwälzten.

Kosten und Unternehmerrisiko dürfen nicht auf die Arbeitnehmenden überwälzt werden

Der Schweizerische Arbeitgeberverband rate seinen Mitgliedern im neuen «Leitfaden für Homeoffice», die Angestellten eine Vereinbarung unterzeichnen zu lassen, die nicht rechtskonform sei, kritisiert der SGB. Obligatorische Arbeitgeberpflichten aus dem Arbeitsgesetz wie Ergonomie und psychosozialer Gesundheitsschutz würden ignoriert.

Ausserdem – selbst wenn der Arbeitgeber im Betrieb keinen Arbeitsplatz mehr zur Verfügung stelle, oder das Homeoffice als Gesundheitsmassnahme verordnet werde, solle der Arbeitgeber nicht für arbeitsnotwendige Geräte oder Material wie Laptops, Drucker, Datenträger oder Papier aufkommen müssen, ganz zu schweigen von den übrigen Pflichten aus dem Arbeitsgesetz. Alle Kosten und damit das Unternehmensrisiko würden somit auf die Arbeitnehmenden überwälzt.

Arbeitgebervereinbarungen schützen vor Gericht nicht vor Arbeitnehmerforderungen

Diese Vereinbarungen seien nicht nur zum Schaden der Arbeitnehmenden, sondern in jeder Hinsicht nutzlos. Weil diese in einem Streitfall vor Gericht nicht vor Forderungen schützen würden.

Der SGB hat deshalb selbst einen Homeoffice-Muster-Vertrag erstellt, um die Interessen von Arbeitnehmenden und Firmen in Einklang zu bringen und proaktiv das Homeoffice als gute und humane Form des Arbeitens zu etablieren.

Freiwilligkeit und Recht auf Rückkehr gehören in einen Gesamtarbeitsvertrag

Die Freiwilligkeit von Homeoffice sei von zentraler Bedeutung, ebenso wie das Recht auf Rückkehr an den Arbeitsplatz. Die Aufnahme dieser Grundsätze in einen Gesamtarbeitsvertrag sei der beste Weg, sie klar und für alle anwendbar zu machen, sagt der SGB.

Homeoffice darf sich nicht negativ auf die Karriereaussichten auswirken

Darüber hinaus müsse darauf geachtet werden, dass Homeoffice nicht zu unbezahlter Arbeit oder zu Isolationsphänomenen führe, die sich negativ auf die Karriereaussichten auswirken könnten. Es liegt daher an den Arbeitgebern, dafür zu sorgen, dass die Möglichkeit des formellen und informellen Austauschs erhalten bleibe, sowie die Gleichbehandlung von Homeoffice und physisch anwesenden Mitarbeitern zu gewährleisten.

Das geltende Recht muss eingehalten werden

Die Gesetzgebung zur Arbeit gilt ortsunabhängig. Insbesondere folgende Pflichten der Arbeitgeber müssen auch im Homeoffice gewährleistet sein:

  • Die Ergonomie des Arbeitsplatzes, die so organisiert sein muss, dass die Gesundheit der Mitarbeiter erhalten bleibt
  • Klare Definition von Zeitplänen und Erfassung der Arbeitszeit
  • Das Verbot von Nacht- und Sonntagsarbeit sowie die Einhaltung von Pausenzeiten und Höchstarbeitszeiten
  • Keine Überwachung der Aktivitäten der Mitarbeiter über die rein arbeitsbezogenen Aktivitäten hinaus.

Beim verordneten Homeoffice zur Pandemiebekämpfung obliegen den Arbeitgebern zudem in allen Fällen die folgenden Verpflichtungen:

  • Bereitstellung der Ausrüstung oder Entschädigung für die Benutzung privater Ausrüstung
  • Rückerstattung von Kosten, die direkt mit der Aktivität zusammenhängen und Beteiligung an den Kosten für Energie, Telekommunikation usw.

SGB publiziert eine vertiefte Analyse

Damit die Arbeitnehmenden ihre Rechte einfordern können, publiziert der Schweizerische Gewerkschaftsbund nun eine umfassende Analyse sowie einen Mustervertrag zur Regelung des Homeoffice.

Share With:
Rate This Article

info@s-mediacomm.ch

No Comments

Leave A Comment