HomeGELDDas kontaktlose Bezahlen in der Schweiz boomt und die Bargeldnutzung sinkt

Das kontaktlose Bezahlen in der Schweiz boomt und die Bargeldnutzung sinkt

Das kontaktlose Bezahlen in der Schweiz boomt und die Bargeldnutzung sinkt

Die COVID-19-Krise verändert das Zahlungsverhalten: Das kontaktlose Zahlen mit Bankkarten wird aufgrund einer erhöhten hygienischen Sensibilität bevorzugt. Bereits jede vierte Person vermeidet die Nutzung von Bargeld.

Zu Bargeld haben die Menschen in der DACH-Region (Deutschland, Österreich und die Schweiz) schon länger ein gespaltenes Verhältnis: Sie schätzen konservative Eigenschaften wie Sicherheit, Anonymität und Vertrautheit – nutzen aber digitale Bezahldienste wie Paypal, TWINT & Co. ebenso gern. Nun hat die COVID-19-Krise das Verhältnis offenbar in Richtung des digitalen Zahlens verschoben. Im Laden oder im Supermarkt nutzen derzeit 71% der Schweizer Bargeld, wie eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag der Management- und Technologieberatung BearingPoint ergab. Verglichen zu Deutschland und Österreich ist in der Schweiz ein stärkerer Trend hin zu bargeldlosen Bezahldiensten erkennbar, dies schliesst sowohl die Kartenwelt als auch digitale Bezahldienste ein.

Zahlungsverhalten in der DACH-Region 2020

Hygiene-Eigenschaft spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl des Zahlungsmittels

Der Zusammenhang zur COVID-19-Krise scheint auf der Hand zu liegen, die Hygiene-Eigenschaft spielt wohl eine wichtige Rolle bei der Wahl des Zahlungsmittels. Zwei Drittel der Befragten (66%) halten das kontaktlose Kartenzahlen für hygienisch sicher. Über Bargeld sagen das nur 5%. Ein weiteres wichtiges Entscheidungskriterium zur Wahl des Zahlungsmediums scheint die Schnelligkeit beim Bezahlvorgang zu sein. Mit 71% bewerten die Schweizer die kontaktelose Kartenzahlung als schnellste Zahlungsmethode, noch vor digitalen Bezahldiensten mit 53%. Im Dreiländer-Vergleich stufen in Deutschland 55% und in Österreich 65% die Schnelligkeit ebenfalls als wichtigste Eigenschaft der kontaktlosen Kartenzahlung ein.

Vergleich DACH-Region: Schweizer sind Vorreiter im mobilen Bezahlen

Die Österreicher sind im Dreiländer-Vergleich Spitzenreiter in der Bargeldnutzung (83%) vor Deutschland (75%) und der Schweiz (71%). Beim bargeldlosen Bezahlen dominiert in Österreich die Bankomatkarte als häufig genutztes Zahlungsmittel mit 71%, während in Deutschland (40%) und in der Schweiz (46%) diese Werte nicht annähernd erreicht werden. Die Schweizer (44%) und Österreicher (47%) nutzen für Zahlvorgänge weniger häufig den Zahlungsdienstleister Paypal als in Deutschland (58%).

Im Dreiländer-Vergleich ist die Schweiz in der Nutzung einer mobilen Bezahllösung mit Abstand am fortschrittlichsten. 27% sehen TWINT als Top-5 Bezahlmethode. In Deutschland und Österreich liegt die Nutzungsrate von mobilen Bezahldiensten deutlich niedriger.

Ein Drittel kann sich eine Abkehr von Bargeld vorstellen

Obwohl Bargeld immer noch das Nummer-eins-Zahlungsmittel ist, kann sich etwa ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Abkehr von Bargeld in den nächsten zehn Jahren gut vorstellen. Digitale Angebote und finanzielle Vorteile wie beispielsweise Treuepunkte oder Rabattaktionen scheinen die Kunden aber weiterhin nicht vom bargeldlosen Bezahlen zu überzeugen.

Digitalisierungstrend ist vielversprechend für FinTechs und digitale Zahlungsanbieter

«Unsere Studie zeigt, dass die Sensibilisierung auf Social Distancing und konsequenterweise der Aspekt “Hygiene” den kontaktlosen Zahlungsmöglichkeiten in den letzten Monaten starken Auftrieb beschert hat. Dies gilt im Vergleich mit Österreich und Deutschland insbesondere für die Schweiz. Dieser verstärkte Digitalisierungstrend ist vielversprechend für FinTechs und digitale Zahlungsdienstleister», sagt Marco Kundert, Partner Banking und Capital Markets bei BearingPoint.

Über die Umfrage

Die verwendeten Daten beruhen auf Online-Umfragen von YouGov in der Schweiz, Deutschland und Österreich, an der in der Zeit zwischen dem 6. und 12. Juni 2020 insgesamt 2’060 Personen in Deutschland, 527 Personen in Österreich und 507 Personen in der Schweiz teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die jeweilige Bevölkerung ab 18 Jahren.

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