HomeRATGEBERCorona hat den Konsumenten 2020 viel Ärger beschert

Corona hat den Konsumenten 2020 viel Ärger beschert

Corona hat den Konsumenten 2020 viel Ärger beschert

Am meisten geärgert haben sich Schweizer Konsumenten 2020 über Rücktritts- und Garantieverweigerungen bei Konsumverträgen. Das ist das Ergebnis der diesjährigen Ärgerliste, welche die drei Konsumentenschutz-Organisationen aus allen Sprachregionen zusammengestellt haben.

Wie jedes Jahr zieht die Schweizer Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen (der Konsumentenschutz, die Westschweizer FRC und die Tessiner ACSI) Bilanz über ihre Beratungstätigkeit und veröffentlicht die gesamtschweizerische Ärgerliste der Konsumenten.

Dieses Jahr beschwerten sich die Konsumenten am häufigsten im Bereich der Konsumverträge. Aufgrund der Corona-Einschränkungen gingen bei den Beratungsstellen unzählige Fragen und Beschwerden zu verweigerten Rücktrittsrechten und sistierten Dienstleistungen ein.

Ärger Nr 1: Vertragsrücktritte und Garantieverweigerung

Über ein Drittel der Beratungsanfragen und Meldungen betrifft Probleme aus Konsumverträgen. Wegen der Corona-Pandemie gab es enorm viele Anfragen und Beschwerden bezüglich sistierten Dienstleistungsverträgen oder Rücktrittsrecht bei Reisen und Veranstaltungen. Nicht selten wurde den Kunden dieses Recht erschwert oder verunmöglicht.

Viele Hilfesuchende wandten sich an die Beratung wegen Garantieverweigerung. Insbesondere bei Smartphones und Laptops werden oft Garantieleistungen verweigert, worauf die Konsumenten den unmöglichen Beweis erbringen müssten, dass die Defekte bereits beim Kauf bestanden.

Seit Jahren fordern die Konsumentenschutz-Organisationen die Beweislastumkehr, wie sie auch im EU-Raum gilt.

Ärger Nr. 2: Aggressive und unlautere Verkaufsmethoden

Wie jedes Jahr ist die Zahl der Beschwerden wegen unerwünschter Werbeanrufe und anderer unlauterer Verkaufsmethoden sehr hoch.

Der Konsumentenschutz konnte durchsetzen, dass ab 1. Juli 2021 alle Telecom-Anbieter Werbeanrufe herausfiltern müssen. Die berechtigte Hoffnung besteht, dass ab nächstem Jahr die Beschwerden wegen Telefonterrors endlich massiv abnehmen.

Ärger Nr. 3: Öffentlicher Verkehr

Auf dem dritten Platz findet sich der öffentliche Verkehr. Zu den üblichen Beschwerden und Beratungsanfragen wegen Verspätungen, unfreundlichem Personal oder Problemen mit den öV-Apps gesellten sich dieses Jahr aufgrund der Pandemie aussergewöhnlich viele zusätzliche Anfragen. Denn die SBB und andere Transportunternehmen sowie die «Alliance SwissPass» machten sich mit ihren kundenunfreundlichen Rückerstattungsregeln bei nichtbenutzten Verbund-, Strecken- oder Modulabos sehr unbeliebt.

Der Konsumentenschutz setzt sich beim öV permanent dafür ein, dass er seine Kunden wieder in den Mittelpunkt stellt und sich auf den Transportauftrag zurückbesinnt.

Konsumenten erlebten weiteren Ärger

Auf weiteren Plätzen folgen Ärger mit Versicherungen (im Corona-Jahr speziell die Reiseversicherungen), unerlaubte Forderungen von Inkasso-Firmen und mannigfaltige Probleme mit den Telekom-Anbietern.

Die detaillierte Ärgerliste findet sich unter diesem Link.

Was lernen wir daraus?

Auf der Webseite des Konsumentenschutzes sind im Online-Ratgeber «Corona-Krise» zahlreiche Rechtsfragen erklärt. Aufgrund der vielen neu aufgetauchten Fragestellungen hatte der Konsumentenschutz von April bis Juni 2020 eine telefonische «Corona-Konsum-Beratung» kostenlos zur Verfügung gestellt.

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